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Wertungssystem

Was macht ein gutes Wertungssystem aus und warum rede ich überhaut darüber?

Wie sollte ein Wertungssystem aufgebaut sein und warum genau so?

Zuerst möchte ich begründen, warum man ein Wertungssystem braucht. Viele Menschen behaupten ein Wertungssystem zerstört nur den zugrunde liegenden Text, da die Leser wenn es ein Wertungssystem gibt, immer erst zur Wertung springen und dann den Text lesen, so dass dieser nicht mehr für sich selbst sprechen kann.
Ich allerdings denke, dass ein Wertungssystem mehr hilft als es stört, da es eine Einordnung erleichtert. Dadurch kann ich beispielsweise auf einen Blick sehen, ob auf IMDb einen Film mehr Leute gut fanden als einen anderen und das ohne vorher lange Tests lesen zu müssen. Ich kann auch sehen, wenn ich zwei Wertungen von einem Redakteur vergleiche, welches Produkt ihm mehr gefallen hat und es so schneller Einordnen.
Ein Problem entsteht dagegen, wenn mehrere Personen in einem Wartungssystem zusammen arbeiten, da diese ihre Wertungen nie perfekt koordinieren können. Eine Person wir zwangsläufig immer mehr Wert auf einen bestimmten Faktor legen als eine andere, dadurch leidet der größte Vorteil einer Wertung gegenüber einem Text ohne eine solche, die Vergleichbarkeit.
Ein gutes Wertungssystem sollte also alles daran legen eine Vergleichbarkeit von Produkten zu ermöglichen.  Daraus resultieren zwei weitere Dinge.
Erstens sollten alle bewerteten Produkte nach den gleichen Maßstäben beurteilt werden. Ist dies nicht der Fall, lassen sie sich untereinander nicht vergleichen. Als Beispiel muss hier das alte Gamestar Wertungssystem hinhalten. In diesem wurden zwar alle Spiele auf eine Stufe gestellt, indem sie im gleichen Wertungssystem bewertet wurden, eine tatsächliche Vergleichbarkeit war aber nicht gegeben, da die Kategorien in denen das Spiel bewertet wurde wechselten.
Ein anderes
Ein Spiel in alten GS Wertungssystem

Zwar wird eine Vergleichbarkeit suggeriert, es ist aber keine vorhanden, da die Spiele teilweise in unterschiedlichen Kategorien bewertet wurden. Dieses System ist vollkommen in Ordnung, wenn es bei Produkten genutzt wird die nicht miteinander verglichen werden sollen, aber gezeigt werden soll, dass sie vom selben Team getestet wurden, nicht aber im Fall der Gamestar. Bei Stiftung Warentest hingegen ist dieses System angebracht, es würde nie jemand auf die Idee kommen Erdbeereis mit einem Rasenmäher zu vergleichen,  unterschiedliche Kriterien sind daher eine gute Wahl. Kann man sich nicht auf feste Kriterien bei allen zu vergleichenden Produkten einigen, da die Produkte dennoch zu unterschiedlich sind, ist eine Reihen-Zahlenwertung zur Einordung zu empfehlen, so wie sie die Gamestar jetzt vornimmt.
Zweitens ist es wichtig, dass die Wertung genügend Differenzierungen ermöglicht, um alle Produkte klar einordnen zu können, ohne willkürlich zu wirken, weil nicht klar ersichtlich ist warum nun diese und nicht jene Zahl vergeben wurde. Ich denke ein Tausender System würde das Willkür Gefühl hervorrufen, wer kann schon sagen, warum ein Film 712 und nicht 711 von Tausend Punkten hat. Dasselbe Problem hat meiner Ansicht nach ein 600 System, wie es die Stiftung Warentest nutzt. Klar es tut so,als wäre es ein Schulnotensystem, aber bei seiner Vergabe einer Schulnote mit zwei Nachkommastellen differenziert es sich willkürlich aus. Eine 3,08 und eine 3,09 sind am Ende eben doch dasselbe. Ein echtes Schulnotensystem oder er 10er System hingegen bieten zu wenig Ausdifferenzierungs Möglichkeiten. Der eine Film mit 7 Punkten kann eben immer noch deutlich besser sein als ein anderer mit 7 Punkten. Dennoch halte ich das 10er System für größere Teams für das Beste, denn hier spielen die unterschiedlichen Meinungen und Präferenzen der Mitarbeiter eine geringere Rolle, Redakteur A hätte einem Film eventuell in einem 1000er System eine 723 gegeben und Redakteur B desselben Teams eine 744, beide Ergebnisse würden vom Leser nun wohl möglich in Beziehung mit einem Test zu einem anderen Film von Redakteur C gestellt werden, der dem anderen Film eine 743 gegeben hat. Das Problem, alle Redakteure werten etwas verschieden, suggerieren aber Vergleichbarkeit, so greift der Leser also vielleicht aus falschen Informationen zu einem Produkt das schlechter ist. Dieses Problem hätte es in einem 10er System nicht gegeben, hier hätten alle Redakteure beiden Filmen 7/10 gegeben und der Leser hätte gewusst, dass beide Filme gut sind und sich dann für den entschieden der ihn mehr interessiert.
Ein einzelner Autor hingegen kann auch mit einem 100er System arbeiten, welches ich persönlich für das Beste halte, hier kann gut zwischen verschieden Produkten differenziert werden, so dass der Leser immer weiß, welchen Film der Autor besser findet, es kommt dem Leser aber nicht all zu willkürlich vor welche Wertung gewählt wurde. Ein einzelner Autor kann immer gut begründen warum er ein Produkt über ein anderes stellt.

Nun möchte ich noch auf ein Problem von Wertungssystem eingehen, welches sich die Medienbranche selbst geschaffen hat. In einem 100er System würde man grundsätzlich davon ausgehen, dass das Durchschnittsprodukt etwa 50 Punkte erhält, dies ist allerdings nicht mehr der Fall. Als normale Wertung haben sich mittlerweile etwa 73 Punkte durchgesetzt. Mittlerweile gehen die meisten Leser auch davon aus, weil sie es durch Erfahrungswerte so gelernt haben, dass etwa 70 Punkte Durchschnitt sind. Ich halte dieses System für Quatsch, es sollte sich wieder ändern.

Warum rede ich denn nun über Wertungssystemen?


Das liegt daran, dass ich meinen Blog etwas umgestalten möchte, ich habe zwar aktuell oft nicht viel Zeit für diesen Blog, möchte hier aber viele kurze Tests zu Filmen, Videospielen und anderem veröffentlichen. Dazu brauchte ich ein ordentliches Wertungssystem und in diesem Artikel versuche ich dazulegen, warum ich welches Wertungssystem wählen werde und wie es funktioniert, um eine Vergleichbarkeit zu anderen Bewertungssystemen zu mindestens im Ansatz gewährleisten zu können. Wie ich allerdings schon versuchte dazulegen ist eine Vergleichbarkeit von Produkten eher schwierig, wenn die Tests von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Man sollte sich also einen Autor suchen, bei dem man bei den meisten Meinungen d'accord geht und kann dann anhand seiner Einschätzungen beurteilen ob einem das Produkt zusagt oder nicht. Ein reines Zahlen vergleichen von verschieden Autoren kann nicht zielführend sein, das ist auch das Problem von größeren Verlagshäusern, unterschiedliche Autoren werten nun mal verschieden.



Welches Wertungssystem nutze ich?



Ich werde mich für ein hunderter System ohne Kategorien entscheiden, um eine Vergleichbarkeit zwischen verschieden Genres zu ermöglichen. Die Wertung beschreibt den Unterhaltungsfaktor, also wie viel Spaß, Erfahrungsgewinn, oder Arbeitserleichterung hatte ich durch das Produkt. Ich denke ein 100er System ist für einen einzelnen Autoren wie mich durchaus verwaltbar und ich kann Wertungen gut begründen und dennoch kann ich damit noch gut differenzieren. Eine 88 ist bei mir eben etwas besser als eine 87, ich denke nicht, dass ich einen Punkt Unterschied in einem Tausender System beurteilen könnte, da würde auch die Tageslaune einen zu starken Einfluss auf die Wertung haben.
Das wichtigste an meinen Wertungssystem wird aber folgendes sein, eine 50 ist Durchschnitt und basta!!!
Das ist mir bei der Vergleichbarkeit sehr wichtig, nur weil ich einem Film 60 Punkte gebe ist er nicht gleich Scheiße, auch wenn viele Leser mittlerweile so sozialisiert sind. 60 Punkte ist eine gute Wertung. Merkt euch das, das gilt auch für Wertungen die ich bei IMDb oder Metacritic veröffentlicht habe, dort sind für mich 5/10 normal und nicht schlecht.







Ich hoffe euch hat dieser Text gefallen, hier noch ein paar Links zum Thema, für die, die sich mehr mit dem Thema Wertungssysteme  auseinandersetzen wollen:

Auf ein Bier (übrigens die größte Inspirationsquelle für diesen Text)


Und hier ein paar Wertungen von mir auf anderen Plattformen:

IMDb (meine bevorzugte Seite User für Film Bewertungen)
Metacritic (meine bevorzugte Seite User für Videospiel Bewertungen)


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